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 RE: GR20 Mai 2017

Hallo Mädls :)

Ich werde den GR20 zwischen Mai und September 2017 das zweite mal wandern.

Meine Erfahrung von damals:
Ich war 2015 unten wo der schwere Unfall passiert ist.
Unsere 3 Wochen waren im Mai und Anfang Juni. Teilweise war noch Schnee vorhanden. Wir hatten keine Steigeisen dabei.
Leider sind die Eisfelder sehr steil und wenn niemand eine Spur gemacht hat und die Oberfläche vereist ist, kann man sehr schnell ausrutschen und es geht rasant abwärts.
Ist mir beim Abstieg im Cirque de Solitude passiert und man merkt erst wie steil es ist wenn man in kurzer Zeit viel zu schnell nach unten rutscht.
Mein Glück war, dass ein Fels den Aufprall gut gestoppt hat. Ein Engländer, wurde mir vom Hüttenwirt erzählt, hat sich bei genau dem selben Vorgang das Bein runiert und musste ins Spital gebracht werden. Eine weitere Gruppe aus England war ziemlich sauer und hat abgebrochen weil sie dachten es handle sich beim GR20 um eine leichte Wanderung.
Wir waren zu 4. unterwegs. Durch falsche Informationen seitens des französischen Tourismusverbandes hatten wir die Ausrüstung
(inkl. Essen) für 3 Wochen dabei. Unser Marschgepäck der Männer lag im Endeffekt über 3 Wochen bei knapp über 30kg das der Frauen bei ca. 20 bis 22kg.
Das Gelände ist aufgrund des Rucksacks wirklich nicht ohne. In den Reiseführern stehen meistens nur die Stellen wo Ketten angebracht sind.
Diese werden dann als Schlüsselstellen beschrieben. Tatsächlich gibt es aber sehr viele heikle Stellen wo ein Fehltritt fatale Folgen hätte.
Die physische Komponente ist zwar sehr wichtig, jedoch sollte man vorab testen wie es mit der Psyche aussieht wenn man meterhohe Passagen überwinden darf,
und unter sich nichts als Luft ist. Ein sehr großes Problem ist das Mitführen von Wasser.
Obwohl es regelmäßig Quellen gibt brauchen die einen 5L am Tag die anderen nur 2L.
Da MUSS man seinen Körper kennen. Das ist äußerst wichtig. An einem Tag hatten wir 20°C und Sonnenschein und plötzlich standen wir mitten am Grat im
Schneeregen und mussten klatschnass und halb erfrohren stundenlang klettern. Das zusätzliche Gewicht von Wasser ist dann nicht hilfreich.

Als Vorbereitung würde ich vom Gelände den Hohen Göll oder etwas schwerer die Watzmannüberschreitung an der deutsch-österreichischen Grenze empfehlen. Am besten bereits mit einem Rucksack
der dem Gewicht der tatsächlichen Reise entspricht. Wer am Hocheck (das ist quasi der nördlichste Gipfel des Watzmanns) oben steht und die Überschreitung zur Südspitze beginnt
schaut zu Beginn in den Abgrund. Wer hier nicht weiter kann weil die Knie weich werden, sollte den GR20 im Norden nicht wagen, da Er/Sie sonst ernsthaft in Schwierigkeiten kommen wird.

Die Optik ist der Wahsninn am GR20. Jeder sollte das erlebt haben.

Zu guter letzt ein Tipp von mir.
Nicht jeder kennt seine Grenzen. Wenn man schwer angeschlagen ist reagiert man oft anders als normalerweise. Seine Nerven spielen eventuell nicht mit.
Auch bei uns gab es, und nicht nur einmal, Momente wo der eine oder andere massiv eingebrochen ist, sowohl physisch als auch psychisch. Deshalb empfehle ich die Überschreitung des Watzmanns als Training. Denn hier kommt eigentlich jeder der kein Profi Bergläufer ist zumindest ziemlich an seine Grenzen und das Gelände ist vom klettertechnsichen Aspekt sehr ähnlich wie dem des nordens beim GR20.

Falls ihr genaueres Wissen wollt, einfach melden :) admin: email zur eigenen sicherheit entfernt. am besten über account kontaktieren

Vielleicht sieht man sich ja :)

PS.: GANZ WICHTIG !!!
Nach dem Unglück wurde die Route geändert. Etappe 4 verläuft nun nicht mehr durch den Kessel sondern über die Bocca Crucetta und Pointe des Eboulis vorbei am Monte Cinto.
Ich weiß nicht ob in den Reiseführern diese Änderung bereits enthalten ist. Hier wäre ein Kartenmaterial durchaus ratsam.



Wilfried, 27.02.2017 12:08
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